Liebe Leserin, lieber Leser,

wenn ich mit meinem Vater Franz Josef Strauß und Angehörigen seiner Generation über Europa, den europäischen Binnenmarkt oder die europäische Einigung diskutiert habe, dann hatten diejenigen, die Krieg und Nachkriegszeit, Not, Vertreibung und Zusammenbruch erlebt hatten, stets eine zentrale Überzeugung: Die europäische Einigung bewahrt uns davor, dass Europäer irgendwann einmal wieder aufeinander schießen.

Heute ist für uns der Frieden in Europa selbstverständlich. Die Staaten Europas verbindet eine starke Interessenpartnerschaft, die Völker fühlen sich als Angehörige befreundeter Nationen und in 16 von 27 EU-Staaten zahlen wir mit demselben Geld.

Mein Sohn ist im Jahr des Mauerfalls geboren und spürte nie etwas von der “Bedrohung aus dem Osten”, die zu meiner Jugendzeit noch ganz real war. Die Anziehungskraft der EU, die Besinnung auf ein gesamteuropäisches Erbe und die Faszination des Gedankens einer gemeinsamen europäischen Zukunft haben den Fall des Eisernen Vorhangs und die Wiedervereinigung Deutschlands ermöglicht.

Europa ist eine in der Weltgeschichte einmalige Friedenswerkstatt. Doch damit ist sein Auftrag noch nicht erledigt. Als starke und schlagkräftige Einheit muss es die Sicherheit und den Wohlstand der Bürgerinnen und Bürger schützen und in den Bereichen für sie arbeiten, in denen die Nationalstaaten alleine nicht mehr ausreichend handlungsfähig sind: Bei der Bedrohung durch den internationalen Terrorismus wie durch die ungehemmte Einwanderung, bei der Bewältigung der Finanzkrise wie bei der Nutzung der Chancen der Globalisierung.

Ich möchte durch meine Arbeit im Europäischen Parlament meinen Teil zu dem großen, noch unvollendeten Werk “Europa” beitragen. In den letzten Jahren war nur wenig von der historischen Faszination die Rede, die vom Zusammenwachsen eines ganzen Kontinents ausgeht. Dafür standen Negativstichworte wie Bürokratie, Regelungswut und Bürgerferne zu stark im Fokus.

Gegen Bürgerferne hilft nur eins: Bürgernahe Abgeordnete, die ihre Hand am Puls der Menschen haben. Eine solche Abgeordnete will ich für Bayern und die Region Oberfranken sein. Obwohl ich bis vor kurzem in Oberbayern gelebt habe, hat sich mein Horizont nie auf Südbayern beschränkt. In über 25 Jahren der ehrenamtlichen sozialen Arbeit ebenso wie in fast zwei Jahrzehnten in der Landespolitik galt meine Aufmerksamkeit immer ganz Bayern und all seinen Regionen. Deshalb kenne ich Oberfranken, seine Herausforderungen, vor allem aber seine Chancen gut und lerne jeden Tag bei meinem Betriebsbesuchen, bei meinen Gesprächen mit Menschen und im Rahmen meiner politischen Arbeit hinzu. Ich fühle mich hier wohl und werde mit Kraft, Herzblut, aber auch mit Härte und Durchsetzungsfähigkeit, wenn es darauf ankommt, für die Interessen Oberfrankens und Bayerns eintreten.

Ich bedanke mich herzlich bei allen Wählerinnen und Wählern, die sich am 7. Juni 2009 für die CSU entschieden haben und mich somit in das Europäische Parlament entsenden. Es werden viele Themenstellungen dieser Legislaturperiode Bayern berühren, über die ich auch hier berichten werde.

Mit herzlichen Grüßen

Monika Hohlmeier